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Palmen im Großstadtdschungel

Heute bin ich mit dem Zug von Yangshuo nach Guangzhou (für alle die noch nie was davon gehört haben: Das ist die drittgrößte Stadt Chinas). Ich bin nicht soo früh losgefahren und trotzdem früh angekommen... so ungewohnt mal nur 2,5 Stunden zu fahren! Das Hostel ist gar nicht so schlecht wie erwartet (nach dem Shanghai Traum hab ich echt bisschen Angst vor Hostels in chinesischen Großstädten), aber bisschen vermisse ich die Hostels der letzten anderthalb Wochen dann doch... die haben nur ein Drittel davon gekostet und waren doppelt so schön. Jedenfalls bin ich ja jetzt sehr südlich (ich hätte davor irgendwie immer angenommen China sei ca auf der Höhe von Europa, dabei ist bereits Peking im Norden auf der Höhe Griechenlands!), das heißt es ist sehr warm. Und mit 'sehr warm' meine ich heiß (29°C). Ich bin dann direkt wieder aufgebrochen und mit der U-Bahn in die Nähe einer winzigen Insel in europäischem Stil (oder zumindest dem, was die Chinesen darunter verstehen). Hat allerdings bisschen gedauert bis ich dort ankam, da ich mich ca drei Mal verlaufen habe beim Versuch die U-Bahnststion zu verlassen... Jedenfalls scheint diese Insel DER Hotspot für Menschen mit großen Kameras zu sein, ich kam mir schon echt armselig vor mit meiner kleinen Kompaktkamera. Aber ganz ehrlich, wenn ich mir angucke wo die mit den riesigen Kameras und Objektiven hingezielt haben, dann sind meine Bilder bestimmt nicht schlechter. Und für die digitale Welt reicht es allemal. Die Insel scheint auch ein sehr gefragtes Instagram-Motiv zu sein, einige der 'Models' hatten sogar Plastiksäcke oder Rollkoffer gefüllt mit verschiedenen Outfits dabei! Habe ich schon erzählt, dass China das Land der Instagram-Boyfriends (oder zumindest dem Chinesischen Äquivalent) ist? Überall sind man Jungs die mit ihrer Freundin ein Fotoshooting machen. Aber es geht noch besser: Es gibt auch viele Mütter, die ihren 4-5 jährigen Kindern das Smartphone zum Fotos von sich machen in die Hand drücken und das Kind dann anmeckern, wenn das Bild nicht so gut ist wie gewünscht??! Da wächst eine ganz neue Generation an Portraitfotografen heran. Jedenfalls bin ich dann runter von der Insel und an ganz vielen Ständen, die alles mögliche getrocknete Zeug, Tee und Gewürze verkaufen, entlang gelaufen. Dann habe ich beschlossen, dass es doch eine grandiose Idee ist mein Kilometer am Wasser entlang zum Canton Tower (drittgrößter (Fernseh-)turm der Welt glaube ich) zu laufen. War auch gar keine schlechte Idee nur hat es eine Weile gedauert. Auf dem Weg kam ich auch durch einen schönen Park und zusammen mit der nun angenehm lauwarmen Temperatur und dem (vermutlich von Lautsprechern ausgesendeten) Vogelgezwitscher habe ich mich echt gefühlt wie in einer südeuropäischen Hotelanlage. Es gibt hier übrigens ausnahmsweise auch mal Pflanzen, die nicht aus Plastik sind, und sogar Palmen... sehr idyllisch direkt neben den Schnellstraßen! Der Canton Tower sah sehr hoch und bunt aus (Überraschung) und die Skyline ähnlich futuristisch wie die von Shanghai (das beste an Shanghai haha). Das ist echt das faszinierende an China. Während die Leute noch recht einfach leben wachsen Wirtschaft und Hochhäuser immer schneller und weiter... Man fühlt sich hier echt so als würden Vergangenheit und Zukunft hier kollidieren (ob das positiv oder negativ ist, kann ich als Tourist aber nicht beurteilen). Anyway, ich bin dann mit der U-Bahn zu einem Café gefahren (als ich es dann geschafft hatte eine Fahrkarte zu kaufen, denn die meisten Automaten haben nicht einmal mehr einen Bargeldslot, sondern akzeptieren nur WeChat und Alipay!!), das geilen rohveganen Käsekuchen anbietet. Leider war es schon zu und ich ganz traurig :(( Also bin ich zurück in die Nähe des Hostels gefahren, habe dort was gegessen und dann Hongkong geplant, da gehe ich jetzt übrigens doch hin nachdem ich schön alles (nicht kostenlos) storniert hatte... wieder was gelernt. Also dann, gute Nacht!

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