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Fremde Welt

Heute bin ich in eine neue Welt eingetaucht. Aber lasst mich besser mal vorne anfangen. Nachdem ich beschlossen habe mich heute Morgen wieder nicht ins Bad zu trauen (gestern Abend hat ein Asiate in unserem Zimmer mit einem Mückentennisschläger 90% der Monster eliminiert, aber schon heute Morgen waren sie wieder so schrecklich vielzählig versammelt) bin ich durch die tagsüber leere Fußgängerzone zu einem scheinbar bekannten Café gegangen, um noch ein paar Dinge zu erledigen und unter anderem den (vor)gestrigen Blogeintrag nachzutragen. Das war auch super entspannt bis irgendwann die Zeit knapp und die Download-Geschwindigkeit entgegen meiner Erwartung immer langsamer wurde. Also bin ich kurz vor knapp in Richtung Hostel gegehsprintet und war Punkt 12 Uhr (Check Out Zeit) dort, habe schnell meine Sachen gepackt und sogar daran gedacht meinen Personalausweis wieder bei der Rezeption abzuholen. Bepackt sind wir dann zum "Reisebüro" gelaufen und sollten da noch warten, sodass ich noch versucht habe meine letzten Dong loszuwerden, was allerdings schlechter geklappt als geplant, aber immerhin habe ich noch ein letztes Tofu-Gemüse Banh Mi gefunden. Wir haben dann noch ein bisschen gewartet, dann kam der Bus, der uns zum Bus bringen sollte. Komischerweise war der richtige Bus aber eigentlich in 200m Entfernung, aber Hauptsache wir mussten trotzdem eine Stunde früher da sein nur im mit dem kleinen Bus ein Mal um den Block zum großen Bus zu fahren?! Naja jedenfalls hatte der Bus überraschenderweise genügend Beinfreiheit und wir waren irgendwie die einzigen Weißen bzw. Nicht-Kambodschaner drin?? Das war denke ich eher zu unserem Vorteil, da wir so keinem "Gruppen-Scam" wie ja es kostet jetzt doch für jeden 5$ mehr usw unterlaufen konnten… außer dem Guide im Bus hat auch tatsächlich niemand versucht uns nochmal in irgendeiner Form Geld abzuzocken und den 1$ werden wir wohl verkraften… wir sind also echt problemlos über die Grenze gekommen. Direkt danach habe ich aber festgestellt wie groß die Unterschiede zwischen den beiden Ländern sind - auch wenn wir noch keinen Kilometer von Vietnam entfernt waren, so sah es doch vollkommen anders aus. Die Straße war nicht mehr überall asphaltiert (man muss an dieser Stelle auch erwähnen, dass es in Kambodscha insgesamt quasi nur drei angenehm befahrbare Straßen zwischen den relevanten Orten gibt und das war eine davon), es gab sowohl sehr schicke Häuser, aber auch Menschen, die in Hängematten in sehr einfachen Holzhütten leben und Transporter, auf deren Ladefläche dicht gedrängt Menschen standen. Außerdem war dort plötzlich sehr viel Plastikmüll auf den Grundstücken; Probleme die aus unserem Blickfeld normalerweise beseitigt werden… zwischen dem Müll saßen die Menschen - so etwas habe ich in ganz Vietnam nicht gesehen, aber Kambodscha ist halt doch irgendwie ärmer. Umso überraschender war es, dass Phnom Penh viel viel weiter entwickelt und viel reicher aussieht als Hanoi oder Saigon. Die Straßen sind viel größer, es fahren viel mehr Autos, es wird nicht so oft gehupt, es ist größtenteils sauberer, es gibt mehr westliche Ketten (Banken, Kleidung,...) und mehr Polizei (oder Militär) Präsenz. Außer im Touristenviertel am Fluss, wo einem nach 2 Metern schon Gras angeboten wird und Restaurants "Happy Pizza" verkauft wird und angeschrieben ist. Unsere Theorie ist, dass Kambodscha da einfach alle Augen zudrückt, da auch durch diese Form des Tourismus am Ende des Tages Geld ins Land kommt. Oh, was ich hier aber auch zum ersten Mal SEHE und ganz schlimm finde, sind die vielen Kinder, die genau wie die Erwachsenen Straßenverkäufer sind oder irgendetwas anderes arbeiten müssen. Unser Hostel ist nach dem Reinfall von (vor)gestern übrigens der absolute Hauptgewinn, total sauber, geräumig, modern, mückenfrei und es gibt eine Dachterrasse mir Rundumblick über die Stadt! Dort habe ich dann auch mit meiner Familie gefacetimed, denn das Ergebnis der geheimen Mission in Guangzhou wurde gestern erfolgreich vom Zoll abgeholt :D Als ich dann schlafen wollte, hat aber leider der sonst so ruhige und zurückhaltende Japaner im Zimmer UNGLAUBLICH LAUT geschnarcht! Oh wow, das ist also der größte Vorteil an female dorms lmao.